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Mein Tod

Und wenn ich einmal sterben muß,
so wie es alle tun,
dann habt deswegen kein’ Verdruß:
Laßt mich in Frieden ruh’n.

Der Tod ist doch in Wirklichkeit
das schöne an dem Leben.
Da gibt es weder Not noch Leid:
Man muß nach gar nichts streben.

So hab’ ich niemals Hunger mehr
und brauch’ darum nichts kaufen.
Mein Magen ist nicht voll, nicht leer,
braucht Essen nicht und Saufen.

Und wenn ich von der Treppe fall:
Darüber kann ich scherzen.
Und wenn ich vor ‘ne Mauer prall:
Ich spüre keine Schmerzen.

Und bin ich Tod, dann frag’ ich bald:
Was ist Temperatur?
für mich gibt’s weder warm noch kalt
ich fühl mich wohlig nur.

Und bin im Leben oft ich müd
und abgespannt und schwach,
dann schlägt mir das auf das Gemüt.
Im Tod bin ich hellwach.

Denn auch die Zeit, dies Phänomen,
verliert dann jeden Schrecken.
Sie bleibt für mich ganz einfach steh’n.
Es gibt kein’ Schlaf, kein Wecken.

Im Leben steht so vieles oft
ganz weit wohl in den Sternen.
Im Tod man wohlbegründet hofft:
Jetzt brauch ich nichts mehr lernen!

Und mit Konsum ist es vorbei
und mit Informationen.
Rabatte sind mir einerlei.
Wissen kann sich nicht lohnen.

Und weil so völlig souverän,
mir nichts was haben kann,
kann fest mit beiden Beinen steh’n
im Tod ich irgendwann

2.1.08 19:57
 


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